Zurück zur Stabilität

Am kommenden Samstag empfangen die Rhine River Rhinos den amtierenden Deutschen Meister und Tabellenführer in der Sporthalle Klarenthal zum letzten Heimspiel der Hauptrunde. Der Pokalsieger und Andre-Vergauwen-Cup-Sieger der letzten Spielzeit reist mit breiter Brust an den Rhein. Die RSB Thuringia Bulls bezwangen jüngst den Serienmeister aus Wetzlar in der Messehalle Erfurt mit 88:72 und stürmten an den Mittelhessen vorbei an die Tabellenspitze in der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL).

Während das Freudestrahlen der Thüringer bis nach Wiesbaden zu sehen sein dürfte, müsste im Umkehrschluss das Trübsal blasen der Hessen bis nach Elxleben zu vernehmen sein. Mit  54:76 zogen die Hausherren am letzten Spieltag den Kürzeren beim Tabellenletzten in Zwickau. Zwar hatte die Niederlage keine Auswirkungen auf die Play-off-Ambitionen des Aufsteigers, dennoch war insbesondere im vierten Viertel nur ab und an ein Aufbäumen gegen die Niederlage erkennbar. Mit 13:27 hatten die Dickhäuter im finalen Spielabschnitt das Nachsehen. Ein Ergebnis, das den einen oder anderen Fan an das Match gegen die BG Baskets Hamburg erinnerte. Auch gegen die Nordlichter lief die Partie in den letzten zehn Minuten zu oft an den Kurstädtern vorbei. Mit  4:21 ging das Viertel an die Hanseaten. War es in der kompletten Hinrunde die Leidenschaft, der Einsatz und die Moral, die die Rhinos zusammenrücken und bis zur letzten Minuten kämpfen ließ, mangelte es Hopp & Co. gegen Zwickau und Hamburg an der nötigen Konzentration. Ein Verhalten, das auch Teammanager Mirko Korder beschäftigt: „Wir sind gerade intensiv dabei die letzten Wochen zu analysieren. Zurzeit stecken wir in einer Mini-Krise. Im Verlauf einer langen Saison gibt es nun mal gute und schlechte Zeiten. Am vergangenen Wochenende haben wir quasi gegen uns selbst verloren. Das gegenseitige Aufrichten, das uns in der Hinrunde ausgezeichnet hat, ist teilweise verloren gegangen. Dies gilt es jetzt wiederzufinden, und daran arbeiten wir gerade. Gegen den Deutschen Meister zu spielen, wird für jeden auf dem Court etwas Besonderes sein. Ich glaube an alle Spieler, und ich bin jetzt schon verdammt stolz, was wir bis dato erreicht haben. Ich weiß aber auch, dass die Mannschaft noch mehr kann und weiteres Potenzial vorhanden ist. Wir arbeiten und trainieren hart. Alle freuen sich auf das Spiel gegen die Bulls.“

Dass im Match gegen den potenziellen Play-off-Gegner alles passen und die Gäste einen gebrauchten Tage erwischen müssen, um die Kurstädter als Gewinner vom Parkett rollen zu sehen, mag für manch einen Fan unprofessionell klingen, ist aber bittere Realität. Der Triple-Champion aus dem Landkreis Sömmerda hat in dieser Spielzeit lediglich ein einziges Spiel verloren und ist das Nonplusultra der 9er-Liga. Mit 59:71 musste sich die Equipe von Headcoach Michael Engel Ende November 2016 beim RSV Lahn-Dill geschlagen geben. Alle anderen Spiele gewann das RSB-Team nahezu im Vorbeigehen. Das Line-up des Tabellenführers liest sich wie die Speisekarte eines Fünf-Sterne-Restaurants. Ob nun Superstar Alex Halouski (4,5 Klassifizierungspunkte | 27,4 Punkte pro Partie), der jüngst gegen Wetzlar unglaubliche 41 Punkte einnetzte, oder der wertvollste Spieler (MVP) der vergangenen RBBL-Saison, André Bienek (3,0 | 11,7 Pkt.), der Finne Teemu Partanen (2,0 | 5,1 Pkt.), der Lette Raimund Beginskis (2,0 | 8,3 Pkt.), Jens Eike Albrecht (3,0 | 9,4 Pkt.), der Iraner Vahad Azad (4,5 | 13,8 Pkt.), die Paralympicssiegerin Vanessa Erskine oder der schwedische Wirbelwind Joakim Linden (2,5 | 20,6 Pkt.). Der eingespielte Kader des Meisters bringt die Augen der neutralen Rollstuhlbasketball-Fans zum Glänzen. Die Zuschauer im Rhinos-Dome dürfen sich auf ein Schaulaufen der Stars freuen, wenn die Bulls mit den Rhinos die Klingen kreuzen. Das Hinspiel gewannen die Gäste übrigens am ersten Dezemberwochenende 2016 mit 76:59 (31:28).

Das Spiel der Rhine River Rhinos gegen die RSB Thuringia Bulls findet am Samstag, den 4. März 2017, um 18.00 Uhr, in der Sporthalle Klarenthal (Geschwister-Scholl-Straße 10, 65197 Wiesbaden) statt. Das komplette Spiel wird via Livestream übertragen und kann unter: www.livestream.watch verfolgt werden.

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Fotos aus dem Hinspiel in Elxleben: Michael Helbing

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