RSB Thuringia Bulls – Rhine River Rhinos

RSB Thuringia Bulls 84 - 33 Rhine River Rhinos
07 Okt 2017 - 18:00

Die Rhinos River Rhinos haben am Samstagabend beim Ligaprimus aus Elxeben mit 33.84 die Segel gestrichen. In Thüringen mussten die Hessen, nach hartem Kampf in der ersten Halbzeit, die ganze Klasse des Titelaspiranten in den zweiten zwanzig Minuten anerkennen, der nahezu jeden Fehler der Gäste gnadenlos bestrafte und verdient als Sieger vom Court rollte.

Während die Wurfausbeute von 36% dem Trainer der Rhinos, Marco Hopp, bereits nach dem ersten Spiel der Saison gegen Rahden die eine oder andere Sorgenfalten auf die Stirn trieb, war der Headcoach auch nach der Niederlage bei den Bulls nicht wirklich zufrieden mit der Trefferquote seiner Schützlinge. Lediglich 29% der Würfe fanden den Weg in die gegnerische Reuse. Ein ausbaufähiger Wert, den der Ex-Heidelberger nach der Partie entsprechend zu kommentieren wusste:  „Machen wir 20 Punkte mehr, bin ich durchaus zufrieden mit dem Spiel. Doch eine Quote von 29% zeigt ganz deutlich unsere größte Schwäche. Der Einsatz und die Moral auf dem Spielfeld waren gut und stimmen mich zuversichtlich, dass wir einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Die Feinabstimmung und die Aufmerksamkeit auf dem Spielfeld müssen sich in den nächsten Tagen erheblich steigern, um den Saisonauftakt nicht zu verschlafen.“

Doch der Reihe nach. Ohne die erkrankten Marina Mohnen und Serdar Antac nach Elxleben gereist, konnten die Gäste den Angriffen der Bulls knapp drei Minuten trotzen (4:4), ehe die Hausherren, nach einem zwischenzeitlichen 6:10  (5. Minute), besser trafen und einen 10:1-Lauf bis zur ersten Viertelpause (20:7) starteten.  Auch nach der Unterbrechung spielte der Meister der Saison 2015/2016 seine Stiefel runter, während Amacher, Hopp & Co. beständig kämpften, die Bulls zu mehr als fünf Teamfouls zwangen, aber immer wieder mit dem eigenen Wurfpech haderten, so dass es mit einem 21:39 auf der Anzeigentafel in die Pause ging.

In den zweiten zehn Minuten wusste insbesondere der Ex-Thüringer Marvin Malsy mit starkem Einsatz zu glänzen, der laut Manager Korder „einen guten Einstand“ ablieferte.

Allen Zuschauern war mit dem Halbzeitpfiff klar, dass die Messe im Landkreis Sömmerda gelesen war; was Youngster Marvin Malsy nach Ende der Partie nicht davon abhielt, auch das Positive aus der Partie in die kommenden Trainingstage mitzunehmen: „Ich bin trotz der deutlichen Niederlage gegen mein altes Team, die Thuringia Bulls, mit einem gutem Gefühl vom Spielfeld gegangen. Die Einstellung hat gestimmt, und das ist, was mich daran glauben lässt, dass wir gemeinsam besser werden können, um unsere Ziele zu verwirklichen. Ich sehe unserem nächsten Heimspiel gegen Hannover am Samstag positiv entgegen.“

Die Geschichte der zweiten zwanzig Minuten ist schnell erzählt. Ganze zwölf Punkte erzielte das komplette Wiesbadener Kollektiv, während die Gastgeber 45 Punkte einnetzten, die Rheinstädter munter rotierten, der Iraner Vahid Azad auf Seiten der Gastgeber auf ein 100%-ige Trefferquote kam und der U.S.-Amerikaner Matt Scott in Reihen des Ex-Meisters mit 25 Punkten zum Top-Scorer der Partie avancierte.

Aber auch nach der zweiten Spielhälfte waren immer wieder aufmunternde Worte seitens der  Spieler und der Rhinos-Verantwortlichen zu hören. Allen voran Manager Mirko Korder: „Die Bulls wurden heute erwartungsgemäß ihrer Favoritenrolle gerecht, und sie haben jeden noch so kleinen Fehler postwendend hart bestraft. Wir haben unseren Spielrhythmus noch nicht ganz gefunden. Hinzu kam eine sehr schwache Ausbeute. Natürlich geht ein Spiel gegen solch ein Topteam auch derart deutlich aus. Nichtsdestotrotz, der Kampfgeist hat definitiv gestimmt, und  wir hatten durchaus auch einige sehr starke Minuten  in denen wir gezeigt haben, was wir  drauf haben. Und auf diese Momente müssen wir aufbauen. Ich vertraue unserem Trainer, und ich glaube fest an unsere Mannschaft, wir werden uns noch deutlich steigern und diese Saison noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.“

Lange Zeit, um die Wunden der Niederlage zu lecken, bleibt den Dickhäutern nicht. Am  kommenden Samstag treten die Kurstädter zu Hause gegen den Aufsteiger aus Hannover an, der mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet ist und voll motiviert in die hessische Landeshauptstadt reisen wird, um seine erste Punkte einzufahren. Bereits einen Tag später kommt es zum neuerlichen Match gegen die RSB Thuringia Bulls, gegen die dann eine bessere Performance und Trefferquote gefragt sein wird, als sie im Hinspiel in Thüringen an den Tag gelegt wurde.

Viertelergebnisse: 7:20 | 14:19 | 8:25 | 4:20

Scorer: Hopp (16), Gray (6), Amacher (5), Malsy (4), Eckhard (2)

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Foto: Michael Helbing (RSB Thuringia Bulls)