Rhine River Rhinos vs. Baskets 96 Rahden

Rhine River Rhinos 54 - 53 Baskets 96 Rahden
30 Sep 2017 - 17:00

Die Rollstuhlbasketballer aus Wiesbaden sind mit einem Erfolgserlebnis in die Spielzeit 2017/2018 gestartet. Die Equipe von Headcoach Marco Hopp bezwang den Aufsteiger aus Rahden denkbar knapp mit 54:53 (29:24). Dabei verspielten die Hausherren einen 11-Punkte-Vorsprung fünf Minuten vor Ende der Partie und konnten den wichtigen Heimsieg erst in den letzten Sekunden des Matchs für sich verbuchen.

Was viele Experten schon vor dem ersten Sprungball in der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga vorhergesagt hatten, bewahrheitete sich am Samstagabend im weiten Rund der Sporthalle Klarenthal, und zwar die Ausgeglichenheit der Liga und starke Aufsteiger, die das sportliche Niveau in der deutschen Beletage merklich steigern.

Dass es die Dickhäuter im ersten Spiel der neuen Saison nicht leicht haben würden, zeigte sich den Zuschauern bereits in den ersten Minuten der Partie. Weder der Aufsteiger aus dem Kreis Minden-Lübbecke noch die Kurstädter konnten sich entscheidend absetzen. Mit einer gewissen „Saison-Anfangsnervosität“ kämpfend, trafen weder die Rhinos noch die Baskets die einfachen Würfe, so dass sich schon früh ein Low-Scoring-Game abzeichnete. Gerade einmal 26 Punkte netzten die 96er und die Rhinozerosse im ersten Viertel in toto ein (14:8). Ein Bild, das sich im zweiten Spielabschnitt fortsetze und durch eine schwache Wurfausbeute auf beiden Seiten des Courts unterstrichen wurde (Trefferquote: 36% Wiesbaden, 37% Rahden). Lediglich 22 von 61 „Rhinos-Würfen“ aus dem Feld fanden während der gesamten Begegnung ihren Weg in die Reuse der Gäste. Ein Ergebnis, mit dem sich Manager Mirko Korder nach vierzig gespielten Minuten nicht wirklich anfreunden konnte: „Natürlich waren alle Akteure ein bisschen nervös vor dem ersten Spiel. Schließlich wussten wir nicht so richtig, was uns gegen Rahden erwartet. Unabhängig davon haben wir einfach zu viele einfache Würfe nicht verwertet. Ein Umstand, der uns gegen Ende der Partie beinahe das Genick gebrochen hätte.“

Derweil sich die Kurstädter bis zur Halbezeit auf fünf Punkte absetzen konnten (29:24), brannten sie im dritten Viertel ein kleines „Defense-Feuerwerk“ ab. Eine gut gestaffelte und konzentriert agierende Verteidigungsreihe der Wiesbadener gestatteten den Baskets knapp sieben Minuten lang keinen Korberfolg, so dass das Kollektiv von Gästetrainer Josef Jaglowski lediglich fünf Punkte auf der Habenseite verbuchen konnte (42:29).

Auch im letzten Spielabschnitt hielten die Rhinos – bis fünf Minuten vor Ende der Partie – das Heft in der Hand (48:37) und führten sogar 120 Sekunden vor Schluss mit 53:44. Dabei war es immer wieder Tommie Lee Gray, der wühlte, ackerte und am Ende der Partie auf 17 Punkte und 17 (!) Rebounds kam und zum Matchwinner avancierte. Während sich der eine oder andere Rhinos-Fan schon mit dem ersten Sieg der Saison anfreundete, witterten die Gäste, angetrieben vom argentinischen Nationalspieler Maximiliano Ruggeri, Morgenluft. Zwei erfolgreiche Dreipunktewürfe vom Mann aus Südamerika im letzten Spielabschnitt, einer davon zum 51:53 eine Minute vor Ende der Begegnung, beflügelten die Ostwestfalen in dieser Phase der Partie. Punkt für Punkt kämpften sich die 96er an die Hausherren ran und glichen 30 Sekunden vor Spielende – zum Entsetzen der Rhinos-Anhänger  – zum 53:53 durch zwei sicher verwandelte Freiwürfe vom bockstarken Center Cristian Gomez aus. Ohne die inzwischen ausgefoulten Center André Hopp und Matthias Günter zeigten die Dickhäuter teilweise Nerven, derweil die Baskets im letzten Viertel genauso viele Punkte wie in der kompletten ersten Halbzeit (24) erzielten – davon alleine 16 Punkte in den letzten 300 Sekunden des Aufeinandertreffens. Knapp 27 Sekunden vor Ende der Partie wurde Tommie Lee Gray nach einem Coast-to-Coast-Dribbling und einem unsportlichen Foul von Mimoun Quali mit zwei Freiwürfen sowie anschließendem Ballbesitz an die Linie geschickt. Dabei konnte der U.S.-Boy lediglich einen Freiwurf zum 54:53 versenken. Den anschließenden Angriff verwerteten die Dickhäuter nicht, spielten jedoch die volle Angriffszeit von 24 Sekunden von der Uhr, so dass den Ostwestfalen nur noch zwei Sekunden Spielzeit blieben. Den Einwurf des quirligen Ruggeri auf seinen Landsmann Gomez konnte dieser unter Bedrängnis in zonennähe nicht verwerten; sein Wurf verfehlte unter dem Jubel der hessischen Fans den Korb.

Nach 40 gespielten und spannenden Minuten zeigte sich Headcoach Marco Hopp erleichtert, aber auch sehr kritisch: „Mir ist ein stückweit unbegreiflich, wie wir mit einer 36%-igen Trefferquote dieses Spiel gewinnen konnten. Das zeigt im Umkehrschluss aber auch, was wir im Stande sind zu leisten, wenn wir eine Trefferquote von 45 – 50% an den Tag legen. Die Mannschaft wirkte heute teilweise müde und fahrig. Im nächsten Match geht es gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Elxleben, dort müssen wir einfach mehr Präsenz zeigen und von Beginn an hellwach sein.“

Viertelergebnisse: 14:8 | 15:16 | 13:5 | 12:24

Scorer: Gray (17), Amacher (15), Güntner (13), Mohnen (3), Eckhard (2), Palmer (2), Hopp (2), Antac, Gundert, Spitz, Brießmann, Mayer (dnp)